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Blauer Dunst am Arbeitsplatz im Jahr 2019

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Mal schnell die Zigarette danach. Wonach? Nach der Pause, nach der Besprechung  oder nach dem Telefonat.

Noch immer sorgt das Rauchen in vielen Büros oder Pausenräumen für Konflikte.

Eigentlich verwunderlich, da Raucher ja schon fast zu einer besonderen Spezies gehören, die in Deutschland, zumindest in vielen öffentlichen Einrichtungen, kaum noch zu finden sind. Aber was ist, wenn einer der besonderen Exemplare ausgerechnet Ihr Arbeitskollege ist?

Erst einmal sei geklärt, dass jeder Arbeitnehmer ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz hat. Demzufolge ist der Arbeitgeber zunächst dazu verpflichtet, die Interessen der Nichtraucher über die der Raucher zu stellen. Um die Interessen aller Beschäftigten zu vertreten, sollte jedoch immer eine individuell auf den Betrieb zugeschnittene Lösung gefunden werden, mit der sowohl Raucher als auch Nichtraucher gut leben können.

Zählt die Raucherpause zur Arbeitszeit

Raucher haben keinen Anspruch auf bezahlte Raucherpausen. Rauchen ist Privatsache und wird nicht anders behandelt als das Einkaufen während der Arbeitszeit. Pausen sollen ja vor allem dem Gesundheitsschutz dienen, denn klar ist: der blaue Dunst ist alles andere als gesund. Böse Zungen behaupten, dass Raucher weniger arbeiteten, weil sie Raucherpausen einlegen. Aber Hand aufs Herz, was ist mit dem Schwätzchen der Nichtraucher bei einer Tasse Kaffee?

Pausenkultur von Rauchern übernehmen

Regelmäßige Pausen sind wichtig, um die Leistung aufrechtzuerhalten, sich zu erholen und einen freien Kopf zu bekommen. In diesem Punkt darf man rauchende Kollegen durchaus als Vorbild nehmen. Auch Nichtraucher sollten regelmäßig den Schreibtisch verlassen und sich vielleicht ein Glas Wasser holen oder einfach mal kurz um den Schreibtisch gehen. Oft wird die Arbeit bei Nichtrauchern erst unterbrochen, wenn die Arbeit schon als anstrengend oder ermüdend empfunden wird. Außerdem, auch wenn Kurzpausen keine offiziellen Besprechungen sind, läuft doch ganz viel Kommunikation in der Küche oder in der Raucherecke ab.

Wer haftet für Arbeitsunfälle in der Raucherpause?

Der Weg zur Raucherpause, das Rauchen an sich, sowie der Rückweg sind nicht versichert. Im Gegensatz zu einer Pause, in der man etwas essen möchte, muss eine Zigarettenpause nicht aufgrund der Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung der Arbeitskraft eingelegt werden. Es handelt sich daher nicht um einen Arbeitsunfall, wenn die Raucherpause mit einer Verletzung endet.

Entsteht einem Unternehmen ein Schaden durch Raucher?

Offenbar ja. Nach einer Untersuchung der Universität Hamburg kosten die „Kippen-Pausen“ deutsche Unternehmen insgesamt über 28 Milliarden Euro jährlich. Einige Unternehmen reagieren daher mit Anreizen, das Rauchen aufzugeben. In den USA bezahlen Arbeitgeber beispielsweise Krankenversicherungsbeiträge für ihre Mitarbeiter, in Deutschland versprechen einige Betriebe Sonderprämien oder bieten Entwöhnungsprogramme an. In Japan gibt es mehr Freizeit für die Nichtraucher. Weil sich die Mitarbeiter über die vielen Raucherpausen der Kollegen beschwerten, bekommen sie nun sechs Tage zusätzlichen Urlaub. Viele Angestellte hätten in den letzten Monaten deswegen das Rauchen aufgegeben.

Wie stehen Sie zum Rauchen am Arbeitsplatz?

Belohnt Ihr Arbeitgeber Nichtraucher? Nerven Sie rauchende Kollegen, oder sind Sie vielleicht Raucher und sagen, in diesen Pausen entstehen die besten Ideen? Ich bin schon sehr gespannt auf Ihr Feedback.

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Foto Autor

Rita Sundag